Das Zwerchfell – „Durch mich lebst du, durch mich stirbst du“

Ein beeindruckendes Zitat des Osteopathie-Gründers Dr. Andrew Taylor Still

Was es mit dem Zwerchfell – Diaphragma – auf sich hat und wieso es mir besonders am Herzen liegt das Zwerchfell in jeder meiner Pferdebehandlungen mit einzubeziehen und zu lösen, möchte ich euch kurz erklären.

Was ist das Zwerchfell – Diaphragma?

Es ist das wichtigste Organ – bzw. der wichtigste Muskel – der Atmung, welches alle Organe rhythmisch bewegt und massiert. Das bedeutet DURCHBLUTUNG, vor allem für die Lunge und die Leber, die für den Stoffwechsel des Pferdes eine große Bedeutung haben.

Die Atmung ist lebensnotwendig für uns und unsere Pferde. Es bedeutet, dass der Körper Sauerstoff aufnehmen kann und so entsäuert und Schlacken loslassen kann. Über die Atembewegung wird jedes innere Organ bewegt und massiert, vor allem die Lunge und der Darm, der dann für das „Loslassen“ zuständig ist. Auch bei einem Blähbauch sollte man an das Zwerchfell denken. Die Durchblutung wird optimiert und die Sinneswahrnehmung verschärft. Durch das Einatmen wird der Sauerstoff in die Zellen des Körpers für sämtliche Stoffwechselvorgänge transportiert. Über die Ausatmung werden alle Schlacke und das Kohlendioxid aus dem Körper entlassen. Auch das Wiehren funktioniert über das Zwerchfell. Die Bewegung der Atmung steuert über die Atembewegung alle Körperflüssigkeiten wie Blut und Lymphflüssigkeit. Einatmen bedeutet Leben und Energie in sich aufnehmen. Ausatmen bedeutet Reinigung und Loslassen von Altem und von verbrauchter Energie. Das Zwerchfell wird auch als die „Seele des Körpers“ bezeichnet. Wenn unsere Pferde normal einatmen aber nicht lange genug ausatmen (also die Kurzatmigkeit), werden sie Ihre Gifte nicht los und verschlacken und der Stoffwechsel funktioniert nicht mehr so wie er soll. Auch die Verdauung kann hier beeinträchtigt sein. Somit nimmt die Leistungsfähigkeit ab. Deshalb ist es wichtig, dass unsere Pferde lange und tief einatmen und ausatmen können. Jede Emotion und jeder Einfluss unserer Pferde wird über die Atmung sichtbar. Und nicht nur bei den Pferden 😉 Verspannungen, Angst und Stress der Pferde äußert sich in einer flachen und hektischen Atmung. Ein losgelassenes Pferd atmet rhythmisch, tief und gleichmäßig mit der Bewegung.

Die anatomische Lage des Zwerchfells im Pferdekörper

Anatomisch gesehen, ist das Zwerchfell eine Trennscheibe zwischen Brust- und Bauchhöhle, also zwischen Lunge und Gedärme. Es setzt am Brustbein an und spannt sich kuppelförmig quer durch den Pferdeleib bis zu den ersten Lendenwirbeln. Es stabilisiert die Organe in ihrer Lage und verbindet über Faszien und Muskeln die Weichteile mit dem Knochengerüst. Es gibt noch weitere Diaphragmen im Pferdekörper, die alle über Faszien- und Knochenstrukturen miteinander verbunden sind. Im Schädel, im Brustkorb und im Becken. Durch diese Verbindung haben Blockierungen Auswirkungen auf den gesamten Pferdekörper.

Wie entsteht eine Zwerchfellblockade (osteopathische Läsion)?

  • Durch eine verspannte Muskulatur
  • Blockierungen an Brustwirbeln und Rippen
  • Verdauungsprobleme
  • Unpassende Sattel, zu enger Sattelgurt oder Überlastung durch zu langes reiten auf untrainierten Pferden (Gegenhalten gegen die Anspannung der Bauchmuskeln)
  • Rippenprellungen, Bewegungsmangel, Narben (z.B. nach Kolik-OP) oder Geburten
  • Emotionaler Stress, egal aus welchen Gründen (Hunger, Schmerz, Angst…)
  • Krankheiten in den Luftwegen oder den inneren Organen –> Husten

Wie erkenne ich eine Zwerchfellblockade?

  • das Pferd braucht eine lange Lösungsphase (ist nicht losgelassen und durchlässig, wirkt festgehalten und atmet nicht durch)
  • das Pferd hat oft angelaufene Hinterbeine oder Magenprobleme
  • Verdauungsprobleme
  • eine verminderte Leistungsfähigkeit
  • eine verspannte Zwischenrippenmuskulatur – die Atmung ist angestrengt und der Brustkorb bewegt sich weniger
  • Seelisch ist oft auch ein depressives Verhalten erkennbar oder ein trauriger Blick

Anmerkung: die genannten Symptome sind Beispiele und können auch eine ganz andere Ursache haben

Was kann ich selbst tun um mein Pferd zu unterstützen?

  • Beim Training immer wieder Phasen am möglichst langen Zügel einbauen, diese können im Schritt, Trab oder auch im Galopp stattfinden
  • Galopptouren können durch das ausgiebige an- und entspannen der Bauchmuskeln helfen das Zwerchfell zu lösen
  • Massage: viele Pferde genießen es, wenn man ihnen die Zwischenrippenräume (den gesamten seitlichen Bauchbereich) sanft ausstreicht und massiert
  • Die flachen Hände sanft hinter der Schenkellage an den Bauch legen und warten bis das Pferd sich entspannt und richtig in die Hand hineinatmet
  • „Bauch heben“ – beide Hände unter den Bauch des Pferdes legen und sich vorstellen man drückt das Pferd nach oben (Entlastung der Rückenmuskulatur). Das kann man natürlich auch mit einem Helfer und einem Handtuch machen. Das Handtuch unter dem Bauch durchziehen und von beiden Seiten den Bauch mit dem Handtuch nach oben drücken
  • Durch Kräutermischungen (z.B. Hustenkräuter) die Atmung und das Immunsystem unterstützen
  • den Sperrriemen so locker wie möglich bzw. komplett weglassen, damit das Pferd frei und tief einatmen kann

Auch wenn keine Blockierungen vorliegen, genießen die Pferde die Behandlung der Diaphragmen.

Falls ihr noch mehr zum Zwerchfell wissen möchtet oder euer Pferd mit einer Behandlung entspannen wollt, freue ich mich über eine Nachricht!

Entspannung bei der Lösung des Zwerchfells

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